Kokubu begeistert Magdeburger Publikum

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Am Sonntagabend, den 07.04.2018 gab die japanische Trommelgruppe Kokubu eine hervorrangende Darbietung ihrer Trommelkunst. Die Halbprofis aus Osaka starteten fulminant mit voller Dynamik und enormer Präzision in ihre ca. zweistündige Aufführung.

 

Ein Stück japanischer Philosophie

Zwischen den Stücken müssen die Taikos oftmals neu arrangiert werden. Kokubu nutzte hier gekonnt die Vorteile der Bühne, in dem das Licht ausging und die Spieler ungesehen vom Publikum das neue Layout bereitstellen konnten. In der Zwischenzeit wurden den Zuschauern aus dem Off weitere Details der Kompositionen offenbart. So wurden Lieder wie Uminari (das Meer) angekündigt; jedermann konnte in seiner Vorstellung die maritimen Einflüsse des Liedes vor dem geistigen Auge sehen. Auch Tombo – die Libelle, die stets nur nach vorne fliegt – wurde als Darbietung zum Besten gegeben – als ein Stück für die Zukunft. Schaut nicht zurück, sondern seht, was vor euch liegt. Mit dieser Botschaft wurde “Tombo” zu Ehren der Hinterbliebenen der Fukushima-Katastrophe komponiert. Und wenn man den jungen Taikospielern bei ihrer Performance zuschaute, nahm man ihnen diese Interpretation vollends ab. Am Ende tropfte ihnen der Schweiß von der Stirn und dennoch gab es keine Pausen und kein Verschnaufen.

 

Das letzte Konzert der ersten Deutschlandtournee

Kokubu begeisterte das Magdeburger Publikum bis zum letzten Trommelschlag. Gleichzeitig markierte das Konzert den Schlusspunkt dreier unglaublicher Wochen. In den 21 Tagen, die ihr Deutschlandaufenthalt andauerte, gaben sei tagein tagaus zahlreiche Konzerte in der ganzen Republik: Von Bremen bis Mannheim und von Eisenhüttenstadt bis Düsseldorf gab es 16 Konzerte – das letzte dann in Magdeburg. Am Ende versammelten sich einige neugewonnene Fans stehend in der ersten Reihe vor der Bühne. Auch der Rest des Publikums tauschte während der 30-minütigen Zugabe ihre Sitzplatzkarten gegen Stehplatzkarten. Am Ende bedankten sich die Kokubu-Trommler bei nahezu allen 550 Gästen im fast ausverkauften Alten Theater.

 

Der Akaishi Daiko Workshop

Noch während des Abends, als die meisten Gäste bereits das Gelände verlassen hatten, standen die begeisterten Akaishi Daiko – Spieler noch mit den Kokubu-Profis zusammen und unterhielten sich angeregt über diese wahnsinnige Tour. Viele der Trommler gehen gar noch zur Schule, das Durchschnittsalter liegt bei ca. 18 Jahren. Das jüngste Mitglied ist gerade einmal 14 Jahre alt. Zugleich wurden noch die Details des am nächsten Tag folgenden Workshops geklärt, bei dem neben dem Leiter der Gruppe Chiaki Toyama auch vier weitere Trommler bei uns vorbeischauten. Einer von ihnen erzählte, dass er während seines einjährigen Working-Holidays in Frankfurt am Main erstmalig während eines Workshops den Kontakt zu Kokubu erhielt. Nach seiner Rückkehr klopfte er dort an die Tür und ist nun wieder „beruflich“ in Magdeburg.

Die Zeit der fünf Japaner war knapp. Wir hatten uns um 08:30 Uhr verabredet und sie mussten bereits 11:30 Uhr wieder in den Bus steigen, um nach Frankfurt zurückzukehren (zwei Tage später geht es nun endlich zurück in die Heimat). Daher nutzten wir gemeinsam die uns zur Verfügung stehenden Minuten in höchster Konzentration und bedanken und recht herzlich bei Toyama-sensei und seinem Team. Es war toll zu hören, dass sie nächstes Jahr wieder auf Deutschlandtournee gehen werden.

 

Links zur Nachlese:

www.kokubu.eu – Offzielle Website von Kokubu

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Michael Schweiger begleitet die Künstler als Tourneemanager und nahm ebenfalls am Workshop teil!

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