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ROMAJI · RYūJIN DAIKO

Ryūjin Daiko

„Lied des Ryūjin (Japanische Gottheit)" — Daihachi Oguchi

龍神太鼓

„LIED DES RYūJIN (JAPANISCHE GOTTHEIT)"

ÜBERSETZUNG

Lied des Ryūjin (Japanische Gottheit)

DAUER

ca 5 min.

· SPIELZEIT

KOMPONIST

Daihachi Oguchi

· PERSON

ENSEMBLE

Akaishi Daiko

· URSPRUNG

IM REPERTOIRE SEIT

2013

Akaishi-san Reiryūjin Taiko ist das Götterlied von Akaishi Daiko – das Stück, mit dem die Gruppe die Gottheit des Flusses ehrt, die über die Berge und Täler ihrer Heimat wacht. Ein Ausdruck tiefer Verbundenheit mit der Landschaft, dem Fluss und der shintoistischen Tradition der Region.

Mittendrin, auf dem Höhepunkt des Stückes, geschieht etwas Besonderes. Die Spielerinnen und Spieler rufen gemeinsam – laut, klar und mit ganzer Überzeugung:

転禍招福息災延命 Ten-ka shō-fuku soku-sai en-mei

Diese vier Paare von Schriftzeichen sind mehr als ein Ruf – sie sind ein Gebet, ein Wunsch, ein Versprechen:

転禍招福 (tenka shōfuku) – „Das Unheil wenden, das Glück herbeirufen“: Disaster in Glück umwandeln, Unglück in eine Grundlage für Erfolg verwandeln – ein Gedanke, der bereits in den chinesischen Klassikern Zhanguo Ce und Shiji überliefert ist: „Wer die Dinge meisterhaft lenkt, wendet das Unheil zum Glück und macht aus der Niederlage einen Triumph.“

息災延命 (sokusai enmei) – „Unheil abwenden, das Leben verlängern“: ein klassischer buddhistischer Segenswunsch, der um Schutz vor Krankheit, Unglück und Gefahr bittet – und um ein langes, erfülltes Leben.

Dieser Wunsch ist in Japan seit Jahrhunderten lebendig. Er erklingt beim Oseibo (お歳暮) und Oshōgatsu (お正月) – den Jahresendfeiern und dem Neujahrsfest, wenn Menschen einander Gesundheit und Glück für das kommende Jahr wünschen. Er begleitet Matsuri (祭り) – die großen Schrein- und Gemeindefeste, bei denen die Götter eingeladen werden, unter den Menschen zu weilen. Er ist Teil von Kanreki (還暦) und anderen Lebensfeierlichkeiten, wenn das vollendete Leben geehrt und das kommende gesegnet wird. Und er erklingt bei Tempel- und Schreinzeremonien das ganze Jahr hindurch – als Bitte um Schutz, Heilung und Langlebigkeit.

Zusammen bilden die vier Worte ein vollständiges Gebet: Möge das Böse sich wenden und Gutes entstehen – mögen wir geschützt sein und in Gesundheit lange leben. In dem Moment, in dem diese Worte aus dem Rhythmus des Liedes hervorbrechen, ist Akaishi-zan Reiryūjin Taiko nicht mehr nur Musik. Es ist Ritual. Die Trommel wird zur Stimme des Gebets, und der Ryūjin – der Drachengott des Ōi – hört zu.