百重 (Momoe) ist eines der ersten Taiko-Stücke, das von Akaishi Daiko auf deutschem Boden komponiert wurde – und trägt damit ein besonderes Kapitel der Geschichte der Gruppe in sich.
Der Ursprung des Stückes ist so lebendig und unkompliziert, wie Musik oft entsteht: Die beiden Schwestern Hitomi und Sakiko saßen zusammen am Tisch und begannen, mit ihren Essstäbchen Rhythmen auf die Tischplatte zu klopfen. Aus diesem spielerischen Moment erwuchs nach und nach ein vollständiges Stück – Takt für Takt, Schicht für Schicht.
Genau dieser Gedanke der Vielschichtigkeit steckt im Namen selbst. 百重 bedeutet wörtlich „hundertfach“ oder „viele Schichten“ – ein poetischer Ausdruck für Tiefe und Fülle. Das Stück sollte kein einfaches Zusammenspiel von Gleichklang sein, sondern bewusst verschiedene Ebenen miteinander verweben. Es wurde so konzipiert, dass Trommlerinnen und Trommler mit unterschiedlichem Kenntnisstand gemeinsam spielen können – Anfängerinnen und Anfänger finden ihren Platz ebenso wie Erfahrene, und gemeinsam entsteht ein Klang, der größer ist als die Summe seiner Teile.
Darin spiegelt sich ein zentraler Gedanke von Akaishi Daiko wider: Taiko ist keine Kunst der Wenigen, sondern eine Gemeinschaft – offen, einladend und verbindend, auch weit entfernt von Japan.
Im Laufe der Zeit wuchs 百重 weiter. Eine Ōdaiko – die große Standtrommel – kam hinzu und verlieh dem Stück eine kraftvolle neue Dimension. Ihr tiefer, resonanter Schlag trägt das Stück wie ein ruhender Herzschlag, während die anderen Stimmen sich darüber entfalten.
百重 ist damit nicht nur ein Stück Musik – es ist ein Dokument des Anfangs, ein Zeugnis von Schwesterlichkeit, Kreativität und dem Mut, Taiko in einer neuen Heimat wachsen zu lassen.