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ROMAJI · KAZE

Kaze

„Wind" — Daiki Takano

„WIND"

ÜBERSETZUNG

Wind

DAUER

ca. 5 min.

· SPIELZEIT

KOMPONIST

Daiki Takano

· PERSON

ENSEMBLE

Zenkai Daiko

· URSPRUNG

IM REPERTOIRE SEIT

2025

Kaze Der Wind

(Kaze) – das Wort allein trägt schon eine Welt in sich. Unsichtbar und doch allgegenwärtig, sanft und plötzlich kraftvoll, flüsternd und dann wieder tosend: Der Wind entzieht sich jeder festen Form und lässt sich dennoch in jedem Moment spüren. Genau dieses Wesen hat Takano Daiki (高野太輝) in einem Stück eingefangen, das mehr ist als Rhythmus – es ist Bewegung, Atem, Energie.

Der Komponist – Takano Daiki

Takano Daiki in Honnyabakei-machi, einer ländlichen Gemeinde der Stadt Nakatsu in der Präfektur Ōita, geboren. Mit gerade zwei Jahren nahm sein Vater ihn das erste Mal mit zur Trommel – und legte damit den Grundstein für eine außergewöhnliche Musikerlaufbahn. Seine ersten Schritte machte er bei Zenkai Daiko (禅海太鼓), der Taikogruppe seiner Heimatregion Buzen.

In der fünften Klasse begann er, inspiriert von seinem Großvater, zusätzlich Tsugaru-Shamisen zu lernen – die kraftvolle, improvisationsreiche Zupflaute aus Nordjapan. Bereits in der ersten Klasse der Mittelschule erlangte er den Titel Natori in der Shamisen-Kunst, später den höchsten Grad als Hanshi (師範).

Sein Talent blieb nicht unbemerkt: 2011 gewann er sowohl den dritten Platz beim nationalen Tsugaru-Shamisen-Wettbewerb als auch den ersten Platz beim 13. Japanischen Taiko Junior-Wettbewerb – ausgezeichnet mit dem Preis des Premierministers (内閣総理大臣賞), einer der höchsten Auszeichnungen für junge Musiker in Japan.

Seitdem hat Daiki als Musiker für Wadaiko, Tsugaru-Shamisen und Shinobue (der japanischen Querflöte) eine beeindruckende internationale Karriere aufgebaut: Er wirkte als Musiker bei der spektakulären argentinischen Performanceshow Fuerza Bruta in Japan mit, begleitete die bekannte japanische Sängerin AI auf einer 35-stündigen Japantournee, wurde zum Tourismusbotschafter seiner Heimatstadt Nakatsu ernannt, und seine Silvester-Liveauftritte an der berühmten Aonodōmon-Felsschlucht wurden vom NHK im Jahreswechselprogramm Yuku Toshi Kuru Toshi ausgestrahlt.

Eine Verbindung über Kontinente

Der Weg von Kaze nach Magdeburg beginnt mit einer persönlichen Geschichte. Unser Mitglied Y Nhi studierte in Japan und spielte dort in einer studentischen Taikogruppe – jenem Ort, an dem Taiko nicht nur erlernt, sondern erlebt wird. Daiki – von den Mitgliedern liebevoll Tackey genannt – war ihr Sensei, ihr Lehrer und musikalischer Begleiter in dieser Zeit. Aus dem gemeinsamen Spielen entstand eine Verbindung, die weit über Japan hinausreichte.

Zu Silvester 2024 reiste Tackey nach Deutschland – und brachte den Wind mit. Im Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums Magdeburg spielte er gemeinsam mit Akaishi Daiko ein Konzert: ein Abend, in dem japanische Trommelkunst in einem der bedeutendsten historischen Räume Magdeburgs erklang, unter dem Gewölbe eines Saals, der selbst Jahrhunderte der Geschichte in sich trägt.

Die Deutschland-Premiere

Am 3. Januar 2025 war es dann soweit: die Deutschland-Premiere von Kaze – nicht auf einer großen Bühne, sondern dort, wo Musik am unmittelbarsten wirkt: auf der Sternbrücke in Magdeburg,  als Straßenmusik. vor einem Publikum, das die Wintersonne genoss; der Himmel war klar, die Luft kalt – etwa sechs Grad. Und doch spielte Akaishi Daiko, als würde der Wind selbst durch die Trommeln sprechen. Was Tackey in Japan komponiert hatte, trug nun den Atem Magdeburgs in sich.

Kaze erinnert daran, dass Musik – wie der Wind – keine Grenzen kennt.