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ROMAJI · SHUNKA

Shunka

„Frühling / Sommer" — Chiaki Toyama

春夏

„FRüHLING / SOMMER"

ÜBERSETZUNG

Frühling / Sommer

DAUER

ca. 5 min.

· SPIELZEIT

KOMPONIST

Chiaki Toyama

· PERSON

ENSEMBLE

Kokubu

· URSPRUNG

IM REPERTOIRE SEIT

2019

春夏 (Shunka) – zwei Schriftzeichen, zwei Jahreszeiten, eine Stimmung. Der Name verbindet Frühling und Sommer zu einem einzigen Wort und meint jenen besonderen Übergang, wenn die zarten Tage des Frühlings langsam in die Wärme des Sommers übergehen. Es ist die Zeit des Aufblühens und der Fülle, in der die Natur in ihrer vollen Kraft steht und die Menschen ins Freie lockt. In Japan ist dies seit jeher die Zeit der großen Feste – Matsuri (祭り) –, bei denen Gemeinschaft, Rhythmus und Freude im Mittelpunkt stehen. Taiko-Trommeln gehören dabei seit Jahrhunderten zum Herzschlag dieser Feste: Sie gaben den Takt für Tänze vor, luden die Götter ein und brachten den Menschen Freude.

Ensemble Kokubu – Taiko aus Osaka

Das Ensemble Kokubu wurde 1998 von Chiaki Toyama in Kashiwara, Osaka, gegründet. Chiaki Toyama ist nicht nur Gründer und musikalischer Leiter der Gruppe, sondern auch Komponist aller Stücke und Meister der Shakuhachi – der japanischen Bambusflöte, die in Kokubus Konzerten als poetischer Gegenpol zu den donnernden Trommeln erklingt. Kokubu ist heute eine in Deutschland sehr bekannte Taiko-Gruppe und kommt fast jedes Jahr nach Deutschland auf Tournee. Über 200 Gastspiele mit mehr als 120.000 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern haben die Trommler von Kokubu bereits in Deutschland hinter sich gebracht – in Konzerthallen von Essen bis Magdeburg, von Kiel bis Freiburg.

Ein Mittwochmorgen, der bleibt

Die Geschichte, wie Shunka nach Magdeburg kam, beginnt mit einer Begegnung im Jahr 2019. Akaishi Daiko hatte Kokubu während deren Deutschlandtournee kennengelernt und –  angefragt, ob eine gemeinsame Probe möglich wäre. Die Antwort war Ja.

An einem Mittwochmorgen, noch vor der Abreise zur nächsten Station ihrer Tournee, kamen die Mitglieder von Kokubu ins Dojo von Akaishi Daiko. Keine große Bühne, kein Licht, keine Show – nur Trommeln, Bachi und das gemeinsame Spiel. Chiaki Toyama und seine Gruppe spielten Shunka vor, Passage für Passage, und Akaishi Daiko spielte nach. So funktioniert das Training mit Kokubu: Learning by Doing. Die Profis zeigen, man spielt nach – Sprache ist dabei kaum nötig. Musik versteht sich selbst.

Im selben Jahr reisten einige Mitglieder von Akaishi Daiko nach Japan – und besuchten Kokubu in ihrem Dojo in Osaka. Sie trainierten gemeinsam, lernten die Atmosphäre kennen, aus der Shunka entstanden ist: die Disziplin, die Wärme, den Geist eines Ensembles, das Taiko als Lebensweg versteht.