Über uns
Eine Trommel, zwei Städte, ein roter Stein.
Akaishi heißt »roter Stein« — nach dem Akaishidake, einem Gipfel der japanischen Südalpen, von dem aus man in der Ferne den Fuji sieht. 1981 gründete die Stadt Honkawanecho in Shizuoka eine Trommelgruppe nach diesem Berg. Über dreißig Jahre später, nach einem Erdbeben in Japan und einem Umzug nach Magdeburg, kam ihr Geist mit nach Deutschland.
Gegründet
2013
Magdeburg
Standorte
2
MD & FR
Mitglieder
≈40
Aktiv
Auftritte
200+
Seit 2013
Unsere Reise in Daten · 年表
Shizuoka
Die Stadt Honkawanecho (heute Kawanehon-cho) ruft eine Trommelgruppe ins Leben — benannt nach dem Akaishidake, »rotem Stein« der japanischen Südalpen. Vater der Gruppe: Daihachi Oguchi.
Japan
Sakiko verlässt Japan in Richtung Magdeburg. Im Gepäck: der Geist der Trommeln aus den japanischen Alpen.
Magdeburg
Vier Mitglieder, ein Kellerraum, ein Verein. Erster Auftritt: 29. Juni auf dem Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern.
Freiburg
Yuri ist nach Freiburg gezogen — und kann den Klang nicht vergessen. Sie scharrt eine Reihe neuer Taikospieler um sich. Die zweite deutsche Akaishi-Daiko-Gruppe entsteht.
Magdeburg
Im Moritzhof Magdeburg trommeln neben Magdeburg und Freiburg auch Gruppen aus Berlin, Hamburg, Wolfsburg sowie Gasttrommler aus Frankfurt, Heidelberg und Fulda.
Kawanehoncho
Mitglieder reisen ins zur Schwestergruppe nach Japan zurück. Workshops bei Amagi Renpou Daiko (Izu) und Kokubu (Osaka). Lieder wie »Kiiwai« und »Shunka« kommen mit nach Magdeburg. Ein reger Austausch zwischen Deutschland und Japan erwächst.
Der Mann, ohne den es uns nicht gäbe
Daihachi Oguchi
Okaya · Nagano · 1924 – 2008
小口大八
1981 wurde Akaishi Daiko von der Stadt Honkawanecho — heute Kawanehon-cho — ins Leben gerufen. Vater der Gruppe ist Daihachi Oguchi (小口大八). Er kreierte den Kumi-Daiko-Stil: jenen Stil, der moderne Taiko-Ensembles ausmacht, Trommeln verschiedener Größen mit Flöten und Gongs kombiniert und eine umfassende Choreographie verschiedener Spieler beinhaltet.
Oguchi war ursprünglich Jazz-Schlagzeuger. 1951 wurde er gebeten, eine alte Taiko-Notation des Suwa-Schreins zu interpretieren. Der Rhythmus war für ihn als Jazzer zu einfach. Er fragte sich, warum nie mehrere Trommler gemeinsam spielen — und brach mit der Tradition. So entstand das erste Kumi-Daiko-Ensemble der Welt: Osuwa Daiko.
Bei der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele in Nagano 1998 leitete Oguchi mit 74 Jahren ein Ensemble von 2.000 Trommlern. Er starb 2008 — und sein Vermächtnis ist die Grundlage praktisch aller modernen Taiko-Gruppen weltweit, auch unserer.
Eine Trommel mit langem Atem 太鼓
Ursprung Jōmon · ca. 10.000 – 300 v. Chr.
Älter als Schrift.
Das älteste Taiko-Fundstück stammt aus der Jōmon-Zeit. Bereits im japanischen Altertum wurde die Trommel für Nachrichten, als Musikinstrument, ja sogar als Uhr genutzt. Im Laufe der Jahrtausende wurde sie zum festen Bestandteil japanischer Kultur und Seele.
Krieg & Festival Jōmon · Sengoku · Edo
Befehl, Mut, Matsuri.
In der Sengoku-Zeit wurde die Jin-Daiko (陣太鼓) im Feldzug genutzt, um Truppen über Distanzen Befehle zu erteilen — und die Jinya-Daiko, um Samurai zu motivieren. In der Edo-Zeit wanderte die Taiko in die zivile Festkultur hinein.
Modernes Taiko · 1951 – heute
Kumi-Daiko · die Erfindung.
Was die Welt heute als »Taiko« kennt, ist eigentlich eine junge Form: Kumi-Daiko, das Trommel-Ensemble, wurde 1951 von Daihachi Oguchi erfunden. Trommeln verschiedener Größen, Flöten, Gongs, Choreografie — aus Schreinmusik wurde Bühnenkunst. Heute gibt es weltweit tausende Gruppen, die sich auf seine Innovation berufen.
音
Wir lernen ohne Noten — mit »Don« und »Kon«.
Während des Trainings verwenden wir keine Noten. Wir folgen der mündlichen Überlieferung der Lieder — mit einer eigenen »Sprache«. Diese einfache Sprache funktioniert über kulturelle Grenzen hinweg. Sie ist der Grund, warum wir gemeinsam mit Menschen aus aller Welt trommeln können.
Kon
Linke
Hand
Don
Rechte
Hand